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Stressmanagement – Der Weg zur Ausgeglichenheit

Die gesellschaftlichen Strukturen werden immer komplexer. Die Welt scheint sich immer schneller und schneller zu drehen. Die Zeit rast und Muße hat in unserer Kultur keinen Raum mehr. All das verlangt dem modernen Menschen viel ab – und lässt uns schnell in einen Teufelskreis geraten. Wir wollen Schritt halten mit der allgegenwärtigen Schnelllebigkeit und uns und andere ständig selbst überbieten. Unseren privaten und beruflichen Erwartungen und solchen, die andere an uns stellen, zu entsprechen, wird schwieriger, wenn nicht gar unmöglich. Aus dem permanenten Gefordertsein wird mit der Zeit permanente Überforderung.

Was ist Stress?

Nicht erst die Tatsache, dass die Weltgesundheitsorganisation „Stress“ zur größten Gefahr des 21. Jahrhunderts erklärt hat, hat auf das Phänomen aufmerksam gemacht.

Der Biochemiker Hans Selye, der „Vater des Stresskonzepts“ (1907 bis 1982), beschreibt Stress zunächst objektiv als „unspezifische Reaktion des Körpers auf jede Anforderung, die an ihn gestellt wird“. Daraus resultiert eine Unterscheidung zwischen positivem („Eustress“) und negativem Stress („Distress“). Die Wahrnehmung von Stress als positiv oder negativ hängt von vielfältigen individuellen Faktoren ab. Letztlich geht es darum, die Balance zwischen Anspannung und Entspannung zu finden, um Anforderungen, die an uns gestellt werden meistern zu können, statt sie als Überforderung wahrzunehmen.

Symptome und Ursachen des negativen Stresses

Zunächst einmal müssen zwei Arten von Stress unterschieden werden: Der Stress, den wir uns selbst machen, und solchem, der von außen verursacht wird. Am effizientesten können wir vor allem dem intern verursachten Stress entgegenwirken.

Überforderung und damit auch Stress können sowohl im Privatleben als auch im Berufsleben empfunden werden. Für Sie ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass die Wahrnehmung jedweder Anforderung als Überlastung individuell unterschiedlich ist. Was für Ihren Kollegen vielleicht noch positiver und motivationsfördernder Stress, kann für Sie bereits negativer Stress und damit psychisch und physisch belastend sein.

Stress kann sich auf unterschiedlichen Ebenen äußern. Auf emotionaler Ebene gehören Angst, Nervosität, Gereiztheit, Panik und Schreckhaftigkeit zu ernstzunehmenden Symptomen. Gedächtnisstörungen, Konzentrationsmangel, Realitätsflucht und Alpträume sind Anzeichen, die der kognitiven Ebene zuzurechnen sind. Letztlich sind auch körperliche Hinweise deutliche Indikatoren für Stress. Zu diesen zählen beispielsweise Zittern, Rücken- und Kopfschmerzen, Faustballen, Stottern, Zähneknirschen, Herz-Kreislaufbeschwerden, Schlafstörungen und Infektionsanfälligkeit.

Beobachten Sie hier beschriebene Erscheinungen, die Ihnen sonst fremd sind, sollten Sie unbedingt handeln!

Stressbewältigung

Der erste Schritt zur Stressbewältigung ist, die Erkenntnis der Überforderung. Nun heißt es die Signale zu deuten, die Ursachen zu erkennen und entsprechend aktiv zu werden. Wichtig ist dabei immer, dass sie sich auf etwas Konkretes konzentrieren (z.B. der Tod eines nahestehenden Menschen oder Beziehungen zu Kollegen). Wenn Sie vor Augen haben, was die Ursache für ihre persönliche Überlastung ist, können Sie konkrete Maßnahmen ergreifen. Dies können Sie auf verschiedenen Ebenen:

  • Persönlicher Ansatzpunkt:

Überprüfen Sie kritisch Ihre Selbsteinschätzung und korrigieren Sie diese, wenn notwendig. Gehen Sie dabei stets realistisch vor: Was ist für Sie unter welchen Bedingungen machbar und was nicht?

Sollten Sie noch Schwierigkeiten haben, sich kritisch einzuschätzen, holen Sie sich Hilfe: Reden Sie mit Freunden oder auch mit professionellen Ratgebern über Ihre Situation. Dies kann Ihren Selbstreflexionsprozess beschleunigen.

  • Beziehungen:

Sind Ihre stressauslösenden Faktoren nicht nur in Ihnen selbst begründet, sondern Resultat aus (wie auch immer gearteten) Beziehungen, stellen Sie diese in Frage: Sind Kompromisse in einer Beziehung nicht zu erreichen, raubt diese zu viel Kraft. Es kann helfen, mehr Energie in solche Beziehungen zu investieren, die Ihre Entwicklung fördern und Ihnen Unterstützung bieten.

  • Handlungsmuster:

Schlussendlich können nur Sie selbst erfolgreich an Ihrer individuellen Stressbewältigung arbeiten. Jeder Mensch muss Strategien entwickeln, seine innere Balance wiederzufinden und zu erhalten. Methoden wie Yoga, autogenes Training, Sport und einfache Atemübungen können Ihre Entspannung fördern und so negativen Stress relativieren und letztlich reduzieren helfen.

Vor allem Yoga wird seit einigen Jahren von immer mehr Menschen als Ausgleich praktiziert. Es gibt verschiedene Arten von Yoga. Allen gemein ist, dass Körper, Geist und Seele von Yoga profitieren. Die Atmung spielt in jeder Schule eine Rolle. Ashtanga Yoga ist beispielsweise eine dynamische, sehr körperbezogene Variante des Yoga, die für Menschen attraktiv ist, die auch körperliche Herausforderungen suchen. Die Yoga-Schule des Kundalini hingegen setzt von vornherein mehr auf den spirituellen Aspekt. Hierbei geht es stark um die Aktivierung und Lenkung Ihrer schlummernden Energien.

Bei allen Yoga-Schulen geht es letztlich um die Selbstwahrnehmung und darum, dass sie Ihre geistigen und körperlichen Potenziale aktivieren und somit optimal im Alltag nutzen.

Egal welche Methode Sie auswählen, um Ihren Stress zu managen, wichtig ist, dass Sie an sich selbst denken. Das will heißen, dass es langfristig positive Auswirkung auf Sie selbst und Ihr Umfeld haben kann, individuelle Interessen zu entwickeln und dauerhaft zu verfolgen.

Eine gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf sind ebenfalls solide Grundlagen für eine innere Ausgeglichenheit und somit Maßnahmen, die Überforderung nicht nur entgegenwirken, sondern dieser auch vorbeugen können.

Entschleunigung

So paradox es klingt, wollen Sie dauerhaft erfolgreich und leistungsstark sein, müssen Sie lernen zu selektieren und zu fokussieren. Dank zunehmender technischer Entwicklung wird unsere Gesellschaft stets leistungsfähiger. Es liegt an Ihnen, dabei Oberwasser zu behalten, indem Sie Ihre persönlichen Strategien entwickeln und fördern, negativen Stress zu kanalisieren und so in der beschleunigten Gesellschaft erfolgreich und ausgeglichen voranzuschreiten.