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Das Tabuthema „Geld“

Über Geld spricht man nicht – man hat es lediglich zu besitzen. Diese Regel hat in unserer Gesellschaft oberste Priorität. Beobachten Sie doch einfach mal Ihr Verhalten oder auch das anderer, wenn die Sprache auf das „liebe Geld“ kommt. Wie reagieren Sie, wenn Sie gefragt werden, wie hoch Ihr monatliches Einkommen ist oder wie viel Ihre neue Jeans gekostet hat. Sicherlich werden Sie es nicht als „normal“ empfinden, dass Ihnen derartige Fragen gestellt werden. Möglicherweise werden Sie die Auskunft sogar verweigern, da Sie das preisgeben einer solchen Information peinlich berührt.

Doch warum ist das der Fall? Unsere Gesellschaft wird – auch dank der Medien – immer und immer offener. Im Fernsehen wird ohne Umschweife über Drogenprobleme und Sex diskutiert. Peinlich scheint uns heute nur noch wenig zu sein. Und doch – die Angst über Geld zu reden, ist tief in uns verankert. Stellen Sie sich doch einmal vor, Ihre Kollegin bittet Sie mehrmals darum, Ihr das Geld für ein Mittagessen auszulegen. Denn: Diese Kollegin ist zwar im Berufsleben sehr kompetent, allerdings ein ziemlicher Schussel. Daher kommt es häufig vor, dass Sie mittags bei Ihrem Stammitaliener sitzen – und der Kollegin siedend heiß bewusst wird, dass ihre Geldbörse mal wieder zu Hause liegt. Ihr aus der Klemme zu helfen und die Rechnung zu übernehmen, ist für Sie natürlich Ehrensache. Problematisch ist jedoch, dass die Kollegin Ihnen das Geld nie zurückerstattet. Deshalb fangen Sie nach der fünften übernommenen Rechnung an, mit dem berühmten Zaunpfahl zu winken – und machen Aussagen wie „Unser Italiener hat doch glatt wieder die Preise erhöht!“ oder „Mensch, heute hätte ich doch fast mein Geld zu Hause vergessen.“ Aber Sie bringen es nicht über sich, die Kollegin direkt drauf anzusprechen, dass Sie Ihnen Geld schuldet.

Schließlich springen Sie über Ihren Schatten und fragen die Dame, ob Sie denn vergessen hätte, Ihnen das ausgelegte Geld wiederzugeben. Die Antwort der Kollegin fällt leicht panisch aus: „So viel soll ich Dir schulden? Oh je, und dabei bin ich doch gerade so knapp bei Kasse.“ Obwohl Sie natürlich im Recht sind und Sie schließlich Ihr Geld für das Mittagessen Ihrer Kollegin ausgegeben haben, werden Sie sich nun höchstwahrscheinlich schuldig fühlen, weil Sie so viel Geld von ihr verlangen. Aber: Es ist ganz normal, dass es uns unangenehm ist, von Bekannten oder Verwandten kleinere Beträge einzufordern. Und weil man ja nicht über Geld redet, ziehen Sie es in der Regel vor, stillschweigend kleine Summen zu übernehmen, um nicht kleinlich zu wirken. Doch wer sich nicht öfter ein Herz fasst und einfach ausspricht, was ihm auf dem Herzen liegt, der geht das Risiko ein, von seinen Mitmenschen ausgenutzt zu werden.

Geld = Selbstwert

Besonders heikel ist dieses Tabuthema, wenn Sie um mehr Geld bitten müssen. Wer sich vornimmt, seinen Chef um eine Gehaltserhöhung zu bitten, dem wird das unangenehme Gefühl bestens vertraut sein. Doch halten Sie sich einmal vor Augen, was bei einer solchen Bitte um eine Gehaltserhöhung tatsächlich passiert: Sie bieten einem Unternehmen Ihre Fähigkeiten an und möchten nun lediglich über den Preis für diese Fähigkeiten sprechen. Die Wirklichkeit sieht jedoch um einiges emotionaler aus. Wenn Ihr Chef Ihnen die Gehaltserhöhung verweigert, ist dies gleichzusetzen mit einer Abwertung Ihrer Arbeitskraft. Man bringt Ihnen nicht die Wertschätzung entgegen, die Sie als angebracht empfinden. Eine Ablehnung steht somit nicht nur für eine missglückte Verhandlung, sondern gleichzeitig für eine Abwertung Ihrer Leistung. Wer sich also auf eine Gehaltsverhandlung einlässt, betritt gleichzeitig eine höchst persönliche und emotionale Ebene.

Ist Geld etwas Schlechtes?

Wenn jemand es wagt, trotz der gesellschaftlichen Konventionen, Geld zum Thema zu machen, dann geschieht es meist in negativer Form. Diese negative Stellung des Geldes zeigt sich besonders eindrucksvoll, wenn man vor seinen Freunden und Verwandten deklariert, man würde nach Reichtum und für die meisten folglich auch nach Macht streben. Die häufigste Reaktion auf eine derartige Bemerkung wird Kritik oder Ablehnung sein. Und auch wer reich war und diesen Reichtum auf Grund von Schicksalsschlägen verliert, dem ist der Hohn vieler Menschen sicher. „Geld verdirbt den Charakter“ und „Geld macht nicht glücklich“ sind nur zwei vieler Sprüche, die dieses Schema demonstrieren. Und dennoch: So viele Menschen versuchen ihr Glück beim Lotto spielen und lesen Ratgeber, die ihnen schnell zu einem Leben in Wohlstand verhelfen sollen. Geld scheint also trotz aller negativen Ansichten etwas Erstrebenswertes zu sein. Und das ist auch gut so! Schließlich gehört Geld zu unserem Leben – die Menge, die wir von diesem Gut besitzen, entscheidet sogar darüber, ob wir unser Leben glücklich oder sorgenvoll leben. Wer zu wenig Geld hat, kann dabei nicht nur Schulden haben, sondern auch die größten Probleme.

Mit Hilfe des Kompass-Prinzips können Sie sich dem Thema Geld bewusst annehmen. Sie können die Kunst des Geldmanagements erlernen und dadurch aus dem negativen Tabuthema „Geld“ etwas Wertvolles und Positives machen. Den ersten Antrieb, der Ihnen beim Erreichen Ihrer finanziellen Ziele hilft, finden Sie in den folgenden Anregungen:

  • Ändern Sie Ihre Einstellung bezüglich Ihres Geldes. Machen Sie sich bewusst, dass Geld nicht „stinkt“. Reden Sie nicht mehr abfällig über den „schnöden Mammon“ und denken Sie positiv über das Streben nach Reichtum. Denn: Wer nach Reichtum strebt, aber dennoch an negativen Glaubenssätzen festhält, erzeugt negative Energien, die Sie am Erreichen Ihrer finanzielle Ziele hindern. Legen Sie also die alten Ansichten ab und ersetzen Sie diese durch neue. Hierfür könnten folgende Leitsätze sinnvoll sein, die Sie sich mehrfach täglich bewusst machen sollten:

„Ich liebe mein Geld.“
„Ich gehe sorgsam mit meinem Geld um.“
„Ich nutze mein Geld, um mein Leben zu bereichern.“

  • Erzählen Sie weder Ihren nächsten Verwandten noch Ihren besten Freunden von diesem Vorhaben Ihr Geldmanagement zu verbessern. Es ist nun einmal gesellschaftlich verankert, dass Geld ein Tabuthema ist. Dies wird auch Ihr Umfeld sicherlich nicht anders sehen. Äußerungen wie „Das klappt nie“ oder „Sparen lohnt doch heute nicht mehr“ werden Ihre Motivation stark bremsen und auf Dauer Ihr Vorhaben zunichtemachen. Führen Sie Ihren Plan vorerst alleine aus – und freuen Sie sich im Nachhinein über die Anerkennung anderer, wenn diese sehen, dass Sie Ihr Ziel mit dieser Leichtigkeit erreicht haben.
  • Fragen Sie sich, bevor Sie eine Ausgabe tätigen, ob diese zum jetzigen Zeitpunkt wirklich nötig ist. Verschieben Sie den Kauf eines neuen Autos auf später und verzichten Sie auf den zweiten Urlaub im Jahr. Beantworten Sie sich vor jedem Kauf folgende Frage: „Brauche ich das wirklich, um glücklich zu sein?“. Jeder gesparte Euro ist ein weiterer Schritt in Richtung finanzielle Freiheit.
  • Besteht eine Möglichkeit, um Ihren Wert oder Ihre Verdienstmöglichkeiten zu steigern? Dann nutzen Sie diese. Nehmen Sie an Fortbildungen teil, verbessern Sie Ihre Kenntnisse in verschiedenen Bereichen, versuchen Sie, sich auch in Ihrer Arbeitsgeschwindigkeit und –qualität zu optimieren. So werden Sie für Ihren Arbeitgeber nahezu unverzichtbar – und erarbeiten sich sicher die ein oder andere Gehaltserhöhung.

MACHEN Sie Ihr Geld – Verdienen Sie es nicht!

Woher nur kommt die negative Einstellung zum Thema Geld, die besonders im deutschsprachigen Raum weit verbreitet ist? Ein möglicher Hinweis darauf könnte sein, dass man im deutschen sich sein Geld „verdienen“ muss. Doch: Das Wort „verdienen“ weist darauf hin, dass man mit der monatlichen Lohntüte möglicherweise etwas bekommen könnte, was einem gar nicht zusteht. Nur wer wirklich etwas wert ist, der verdient auch sein Geld. Diese Ansicht ist schlichtweg falsch – und scheint dennoch sehr präsent zu sein! Die Ansicht, dass nur derjenige viel Geld verdient hat, der auch viel wert ist, hat fatale Konsequenzen. Ist ein Bill Gates mehr wert als eine Raumpflegerin, weil er unzählige Millionen „verdient“ hat? Sicherlich nicht – Geld muss man sich nicht „verdienen“, man muss es sich „erwirtschaften“! Aber: Warum hat er sie dann und andere nicht?

Werden Sie – was die Sprache des Geldes betrifft – multikulturell. Denn: In den meisten Sprachen der Welt wird Geld in einem viel positiveren Zusammenhang verwendet. So „machen“ die Amerikaner ihr Geld („to make money“), während die Engländer ihr Geld sogar „ernten“. Die Franzosen hingegen „gewinnen“ ihr Geld (gagner de l’argent“). Sie sehen – die Formulierung macht die Musik. Eine positive oder auch nur neutralere Formulierung könnte auch dieser Gesellschaft helfen, die Vorbehalte über das Erwirtschaften von Geld abzubauen. Hören Sie auf Ihr Geld zu verdienen – es genügt, wenn Sie genug davon machen.


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