Zeit gegen Geld – ein schlechter Tausch!

Der normale deutsche Arbeitnehmer verbringt den Großteil seines Lebens mit seiner Arbeit. Nun könnte man denken, dass etwas, was einen so gewaltigen Teil unseres Lebens ausmacht, einen auch glücklich machen sollte. Aber weit gefehlt! Diese Annahme hat nur herzlich wenig mit der Realität zu tun. Menschen, die ihre Arbeit mit Leidenschaft und Freude ausüben, gehören leider zur Minderheit, die zudem leider kleiner und kleiner wird.

Eine Studie der Universität Duisburg-Essen aus 2011 zeigte, dass die Zufriedenheit der deutschen Arbeitnehmer im Laufe der vergangenen 25 Jahre drastisch gesunken ist. Bewerteten die Befragten die Zufriedenheit mit ihrem Job im Jahr 1984 noch mit der Durchschnittsnote 7,6 (auf einer Skala von eins bis zehn), verringerte sich dieser Wert bis 2009 auf die Note 6,8. Und die Tendenz ist weiterhin fallend.

Durchschnittliche Arbeitszufriedenheit in Deutschland

Durchschnittliche Arbeitszufriedenheit in Deutschland

 

Tauschbörse: Zeit gegen Geld

Die Zahl der Menschen, die ihre Arbeit nur als Tauschbörse sehen, in der sie Zeit geben und Geld bekommen, wird stetig größer. Diese Menschen sitzen häufig ihre Arbeitszeit ab und investieren ein Minimum an Energie in ihre Tätigkeit. Ihre Arbeit wird zum ewigen Wartezimmer, in dem das Leben still steht, bis der Arbeitstag endlich wieder zu Ende ist.
Klar, dass dieses Verhalten bei dem nur Zeit getauscht wird, langfristig nur Verlierer mit sich bringt. Der Kunde bekommt es zuallererst zu spüren. Er fühlt sich mit seinen Wünschen und Ansprüchen allein gelassen und ist wahrscheinlich genervt von der Inkompetenz und Trägheit des Dienstleisters. Das schadet dem Unternehmen – und verschont auch die Psyche des Arbeitnehmers nicht. Die Wissenschaft vermutet sogar einen starken Zusammenhang zwischen dem Sinken der Zufriedenheit am Arbeitsplatz und dem dramatischen Anstieg an Menschen, die am Burn-Out-Syndrom leiden.

Menschen, die ihre Arbeit so gewählt haben, dass sie zu ihnen passt und dieser Tätigkeit auch mit Begeisterung und Liebe nachgehen, scheinen hingegen viel resistenter gegen das „Virus“ Burn-Out zu sein. Arbeiten mit Leidenschaft scheint der wirksamste Impfstoff gegen Erschöpfung zu sein – und steigert zudem die Effizienz um ein Vielfaches.

Zu welcher dieser beiden Gruppen gehören Sie? Überlegen Sie, wie oft Sie an einem normalen Arbeitstag auf die Uhr schauen und sich wünschen, die Zeit möge ein bisschen schneller vergehen. Sicherlich hat auch der motivierteste Arbeitnehmer ab und an einen schlechten Tag – aber wenn diese schlechten Tage zur Gewohnheit werden, ist es an der Zeit, die Notbremse zu ziehen und sich beruflich nach neuen Perspektiven umzuschauen. Geben Sie jemand anderem die Chance, sich an Ihrem derzeitigen Arbeitsplatz zu verwirklichen – und machen Sie sich auf zu neuen beruflichen Ufern. Das tun Sie nicht nur für Ihren Chef, sondern in erster Linie für sich selbst!

Doch wie findet man die Tätigkeit, die zu einem passt und die einen beflügelt – sozusagen in den Flow versetzt? Der Weg zum Traumjob ist nicht leicht – besonders, wenn man zuvor jahrelang auf beruflichen Irrwegen gewandelt ist – aber er lohnt sich. Der Schlüssel zur Zufriedenheit ist: Suchen Sie nach einer Aufgabe, die Sie so sehr ausfüllt, dass Sie sie auch ohne Geld tun würden und bei der Zeit keine Rolle spielt.

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